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Stress – was ist das eigentlich genau?

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Bestimmt jede und jeder von uns wird im Leben Stress haben. Du kannst aus ganz verschiedenen Gründen gestresst sein, angefangen von hausgemachtem Stress, den du dir selbst bereitest, bis zu ganz handfestem Stress aufgrund von massiven Lebensereignissen, mit denen du umgehen musst. Auf jeden Fall solltest du deinen Stress reduzieren.

Stress soll dir helfen, mit bedrohlichen Situationen in deinem Leben fertig zu werden.

Guter Stress gibt dir Energie und ein Ziel – er sorgt dafür, dass du mehr Fertigkeiten, Kompetenz und Widerstandsgeist entwickelst und mehr Selbstvertrauen bekommst.

Dein Körper ist dazu gemacht, mit einem bestimmten Stresslevel umzugehen.

Aber wenn es zu viel wird oder über einen zu langen Zeitraum anhält, kann das zu Problemen führen – zu körperlichen und mentalen gesundheitlichen Problemen.

Schlechter Stress bedeutet nämlich, dass dein sympathisches Nervensystem (das ganz unbewusste Prozesse in deinem Körper steuert, wie Atmung, Verdauung, Herzschlag) allzu lange aktiviert ist.

Wenn wir also davon ausgehen, dass zu viel Stress dich krank macht, solltest du also so schnell wie möglich lernen, deinen Stress zu reduzieren. (Ich hoffe, ich löse damit jetzt bei dir keinen Stress aus 😂)

Was ist Stress?

Stress ist die Reaktion deines Körpers auf Herausforderungen und Veränderungen in deinem Leben.

Diese Reaktion kann emotional, mental oder physisch sein.

Die Auslöser, die deinen Stress hervorrufen, werden Stressoren genannt und sie können entweder positiv oder negativ sein.

Auch positive Dinge können dich also stressen.

Eine Hochzeit beispielsweise, die ja hoffentlich eine sehr positive Sache ist, ist eine der größten Stressauslöser, die es gibt.

Und Stress kann interne oder externe Ursachen haben.

Internen Stress machst du dir durch deine Gedanken und Einstellungen selbst.

Wenn du dir übermäßige Sorgen über deine Zukunft machst, erzeugst du dir Stress.

Auch wenn du häufig sehr negative Gedanken über dich hast.

Externe Stressoren kommen von außen auf dich zu und du kannst sie kaum selbst beeinflussen, wie lebensverändernde Einschnitte, finanzielle Probleme oder ganz simpel anstehende Termine.

Wie äußert sich Stress?

Stress kann sich ganz langsam und unbemerkt in dein Leben schleichen oder er ist plötzlich massiv da.

Egal wie – er wird dein Leben grundsätzlich verändern.

Wenn Stress schleichend kommt, werden sich viele Dinge in deinem Leben langsam verändern, so dass du gar nicht richtig mitbekommst, dass du gestresst bist.

Es gibt eine Reihe von Symptomen, an denen du deinen Stress erkennen kannst.

Im Stress sind viele in ihrer Denkfähigkeit beeinträchtigt – haben ein schlechteres Gedächtnis oder haben Entscheidungsschwierigkeiten.

Sie können sich auch nicht mehr gut konzentrieren oder sehen alles nur noch schwarz. Sie machen sich ständig Sorgen und haben extrem negative Gedanken.

Es können aber auch emotionalere Symptome sein und viele fühlen sich depressiv, ängstlich, verwirrt oder fühlen sich sehr einsam.

Oder es sind eher psychologische Symptome: sich in bestimmten Situationen ständig überfordert zu fühlen oder sich einem großen Druck ausgesetzt zu sehen.

Manche erleben auch mehr physische Symptome wie Verdauungsstörungen, Durchfall, Schmerzen im Körper wie Brustschmerzen, Kopfschmerzen und häufige Erkältungen.

Andere erleben auch Änderungen im Verhalten.

Das Essverhalten zum Beispiel, indem du unter Stress zu viel oder zu wenig isst.

Oder dein Schlaf ist beeinträchtigt.

Vielleicht ziehst du dich im Stress auch sehr von anderen zurück, gehst Verantwortung aus dem Weg oder schiebst viele Dinge auf die lange Bank (öffnest bei finanziellen Schwierigkeiten die eintrudelnden Rechnungen nicht mehr).

Und manche Menschen suchen sich auch ungesunde Stressbewältigungsmöglichkeiten, in dem sie (wieder) anfangen, zu rauchen, Alkohol oder Drogen zu sich nehmen oder übermäßig essen.

Arten von Stress

Wir alle haben Stress, aber es gibt unterschiedliche Arten: physisch, emotional, traumatisch akut oder chronisch.

Lass und die Arten mal gemeinsam durchgehen.

Physischer Stress

Physischer Stress entsteht meinst, wenn du dich körperlich betätigst und du dich dabei überanstrengst oder verletzt.

Das kann dir selbstverständlich beim Fitnesstraining oder beim Skifahren passieren.

Oder auch bei subtileren Tätigkeiten.

Reisen kann deinen Körper Stressen, vor allem wenn du mehrere Zeitzonen überfliegst und sich dein Körper erst mal umstellen muss.

Physischen Stress bekommst du auch durch zu wenig oder zu viel Schlaf.

Mich stresst z. B. auch ein Einkaufsbummel in der Stadt am Samstag, ohne dass ich das zunächst wahrnehme. Wenn ich dann von Laden zu Laden hetze, setze ich meinen Körper zu lange einer Anstrengung aus, die er nicht gut verkraftet.

Viele merken auch gar nicht, dass sie sich überarbeiten. Sie machen dann auch noch die Mittagspause durch und sind am Abend ganz erschlagen.

Die Gefahr dabei ist also, dass dein Körper dir erst mal gar nicht signalisiert, wie gestresst er ist und du das erst hinterher bemerkst.

Stress reduzieren ist in diesem Fall sicher etwas leichter, sofern du auf die Signale deines Körpers achtest.

Emotionaler Stress

Emotionaler Stress tritt wahrscheinlich am häufigsten auf und führt eher zu depressiven Gefühlen.

Meist geht er mit einem einschneidenden Lebensereignis einher, das deine Gefühle oder auch deine Werte und Einstellungen massiv anspricht.

Das kann eine Trennung, eine Scheidung oder auch den Tod eines geliebten Menschen betreffen.

Aber auch kleinere Vorkommnisse können emotionalen Stress auslösen, z. B. einfach ein schlechter Tag, Überforderung in der Arbeit, zu viel Verantwortung in der Familie, zu viel Aktivität in der Freizeit.

Traumatischer Stress

Traumatischer Stress entsteht durch überwältigende persönliche Katastrophen, wie z. B. Gewalttätigkeiten, Naturkatastrophen, Kampf, Menschenrechtsverletzungen.

Eine traumatische Situation ist psychologisch definiert durch Machtlosigkeit und eine drastische Zerstörung grundlegender Annahmen und Erwartungen.

Traumatische Erlebnisse können ernste und anhaltende Konsequenzen haben: Wiedererinnerungen an das Ereignis, Furcht vor erneutem Auftreten, Gefühle der Schuld über die eigene Unverantwortlichkeit, Traurigkeit über Verlust, Ausbrüche von Wut und einen generellen Interessenverlust.

Traumatischer Stress kann aber auch durch starken Schmerz auf den Körper ausgelöst werden und auch dein Körpergefühl massiv beeinträchtigen, z. B. nach einer Operation oder Koma.

Akuter Stress

Akuter Stress tritt unmittelbar auf und hält nur einen bestimmten Zeitraum an.

Er ist nicht so dramatisch wie chronischer Stress.

Chronischer Stress

Er ist ernstzunehmender als der akute Stress, da er über einen längeren Zeitraum anhält. Er beeinträchtigt dich im Alltag und kann dich über Jahre negativ beeinflussen.

Warum ist Stress schlecht?

Erstmal: Erinnere dich daran, dass Stress eigentlich gut ist. Er soll dir ja helfen, mit bedrohlichen Situationen in deinem Leben fertig zu werden und gibt dir Energie und ein Ziel – er sorgt dafür, dass du mehr Fertigkeiten, Kompetenz und Widerstandsgeist entwickelst und mehr Selbstvertrauen bekommst.

Darüber hatten wir schon gesprochen.

Mit einem gewissen Maß an Stress kommt dein Körper wunderbar klar. Stress reduzieren solltest du beginnen, wenn du negative Symptome an dir bemerkst.

Dein autonomes Nervensystem sorgt mit körperlichen Anpassungen, die du vielleicht erst mal gar nicht merkst, dafür, dass du mit jeder Art von Stress gut umgehen kannst.

Aber diese Stressantwort deines Körpers kann chronisch werden, wenn sie zu lange anhält – wenn du einfach zu viel Stress in deinem Leben hast.

Dann wirst du körperlich und mental beeinträchtigt.

Und noch wichtiger: Wenn du deinen Körper zu lange einer Stresssituation aussetzt, wird dein Reaktionssystem nicht mehr richtig funktionieren und kann nicht mehr angemessen auf eine Stresssituation reagieren, wenn es darauf ankommt.

Wir sprechen dann von Disstress. (Dis ist die lateinische Vorsilbe für „schlecht“.)

Disstress wird deinen Körper aus der Balance bringen und kann zu Kopfschmerzen, Magenverstimmungen, Bluthochdruck oder Schlafproblemen führen.

Oder du bekommst emotionalere Probleme wie Depressionen, Panikattacken oder Angststörungen.

Wenn Disstress anhält, kann er bestehende Krankheiten verschlimmern oder sogar neue hervorrufen.

Herzerkrankungen, Krebs, Lungenerkrankungen oder Selbstmorde stehen eng mit Disstress im Zusammenhang.

Warum Stress gefährlich ist

Abgesehen davon, dass Stress zu Disstress wird, wenn er zu lange anhält, gibt es noch ein paar andere Gründe, warum du frühzeitig deinen Stress reduzieren solltest.

Stress kann nämlich dazu führen, dass du deine Emotionen nicht mehr kontrollieren kannst und deshalb in Situationen überreagierst, wenn du das gar nicht willst oder es nicht angebracht ist.

Schon ein leichter Stresslevel beeinträchtigt deine Denkfähigkeit immens. Besonders vermindert er die Denkfähigkeit im Alter.

Auch deine Herzgesundheit kann beeinträchtigt sein, weil die Stresshormone im Körper deine Herzfrequenz erhöhen und deine Blutgefäße verengen.

Dadurch muss dein Herz mehr arbeiten und das kann zu gefährlichem Bluthochdruck führen.

Und Stress kann dazu führen, dass du zunimmst, weil Menschen in der Regel mehr essen, wenn sie Stress erleben.

Nicht zuletzt beeinträchtigt Stress dein Immunsystem, weil er so viele Ressourcen verbraucht, dass nur noch wenig Energie für deine Immunabwehr übrig bleibt.

Stress reduzieren

In Anbetracht der negativen Auswirkungen von übermäßigem Stress (wie gesagt – Stress ist eigentlich gut, nur zu viel eben nicht), solltest du dich also damit beschäftigen, wie du ihn reduzierst.

Du kannst das auf viele Arten tun, mit denen wir uns hier in meinem Blog beschäftigen.

Um es schon mal kurz zu sagen: Auf jeden Fall hilft Sport, weil du damit die Stresshormone in deinem Körper reduzierst.

Du solltest dich vor allem mit Menschen umgeben, die dir gut tun.

Soziale Unterstützung gibt dir ein Gefühl der Zugehörigkeit und des Wohlbefindens und hilft dir beim Stressreduzieren.

Und hol dir vor allem professionelle Hilfe, wenn nichts anderes funktioniert und es mit dem Stress nicht besser wird.

Sei glücklich, bleib glücklich!

Dein Stefan