Den Sinn im Leben finden – die große Frage


Ich will mich heute mal mit dir um eine ganz wichtige Frage kümmern – nicht abschließend, denn das würde den Rahmen eines solchen Artikels sprengen. Und ich werde sicher öfter darüber schreiben. Es geht heute um den Sinn im Leben.

Die Frage der Sinnfindung im Leben hat ihre Wurzeln in zwei Bereichen: der Philosophie und der Psychologie.

Bei der philosophischen Frage nach „Dem Sinn des Lebens“ geht es darum, den Sinn des Lebens ganz allgemein und unsere Rolle in diesem Sinn zu verstehen.

„Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Warum sind wir hier auf Erden?“ und weiter: „Wie sollen wir leben, um unseren Daseinszweck zu erfüllen?“

Ich hatte zwar im Studium ein paar Semester Philosophie im Nebenfach, aber das war mir damals schon zu abstrakt und wenig praktisch.

Da bin ich raus.

Darum geht es mir heute nicht und dazu kann ich als Psychologe auch nicht so viel beitragen.

Aber zum zweiten Aspekt dieser Frage, wie du den Sinn des Lebens findest – DEINES Lebens findest – , helfe ich dir gerne weiter.

„Warum mache ich das überhaupt alles?“

Ich glaube, jeder von uns hat sich diese Frage schon einmal irgendwie gestellt.

Falls du dich das auch schon mal gefragt hast, dann sei versichert: Damit bist du nicht allein.

Ein sinnvolles Leben zu führen – und für sich zu entscheiden, was sinnvoll ist, ist eine uralte Frage, mit der wir Menschen uns schon ewig herumschlagen.

Schon der römische Kaiser Mark Aurel rang mit dieser Frage, als er von 161 bis 180 n. Chr Kaiser von Rom war.

Seine Erkenntnis damals war „Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird, zu leben.“,

Wow!

Mit diesem Gedanken verbinden sich ja gleich eine Menge Fragen, die, wirklich ehrlich beantwortet und nicht einfach nur weggenickt, dein Leben allein immens bereichern können.

Lebst du?

Lebst du heute?

Lebst du DEIN Leben?

Wirst du auf deinem 80. Geburtstag sagen können „Ich habe das Leben gelebt“?

Gehst du genug Risiken ein?

Wagst du es auch mal, verletzt zu werden?

Traust du dich, glücklich zu sein?

Bist du lebendig?

Und wenn nein, was würde dazu führen, dich lebendig zu fühlen und zu sein?

Baaam!

Am besten hörst du gleich hier mal auf zu lesen und beantwortest dir diese Fragen.

Ja, zum Leben sagen

Selbstverständlich gibt es dafür kein Patentrezept. (Entschuldige, dass ich dich wieder enttäuschen muss!).

Kennst du Viktor Frankl?

Ich bin ein großer Bewunderer von ihm und habe sogar während meines Studiums in einem Verlag gearbeitet und damals eines seiner Bücher lektoriert.

Wer sich mit dem Sinn des Lebens beschäftigt, kommt an Viktor Frankl nicht vorbei.

Er wurde 1905 in Wien geboren, und als Wissenschaftler und Psychologe hat er die Sinnfrage in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt.

Unter den Nazis durfte er nicht mehr arbeiten – er überlebte vier Konzentrationslager, eines davon Auschwitz.

In dem bewegenden Klassiker „… trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager“ schildert er seine eigenen Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg.

Auch noch unter inhumansten Bedingungen ist es möglich, einen Sinn im Leben zu sehen.

„Wer um einen Sinn seines Lebens weiß, dem verhilft dieses Bewusstsein mehr als alles andere dazu, äußere Schwierigkeiten und innere Beschwerden zu überwinden“, sagt Viktor Frankl.

In seinem Buch „In Man’s Search for Meaning” sagt er:

Die Sinnsuche des Menschen ist die primäre Motivation in seinem Leben und nicht eine „sekundäre Rationalisierung“ der instinktiven Triebe. Diese Bedeutung ist insofern einzigartig und spezifisch, als sie von ihm allein erfüllt werden muss und kann; erst dann erreicht sie eine Bedeutung, die seinen eigenen Willen zur Bedeutung befriedigt (Frankl, 1959, S. 99).

Also – das heißt: Den Sinn des Lebens zu finden oder gar selbst für dich zu definieren, ist ein ganz persönlicher Weg. Und der Sinn deines Lebens ist es für jemand andern vielleicht überhaupt nicht.

Und es ist wichtig, dass du dich mit dieser Frage beschäftigst und für dich selbst eine ganz eigene Antwort findest.

Aber wie kannst du jetzt deinen Sinn im Leben finden?

Ich habe dir mal ein paar Hinweise zusammengestellt, die du zur Sinnfindung einsetzen kannst.

Dazu lass uns aber erst mal schauen, was Sinn für die Psychologie überhaupt ist.

Die Psychologie sagt, dass sich Sinnhaftigkeit aus drei Quellen speist (aus der Stimmigkeit, sprich: Kohärenz, der gefühlten Bedeutsamkeit und der Bestimmung – Martela und Steger, 2016)

Kohärenz bedeutet, wenn du drüber nachdenkst, einen Sinnzusammenhang, einen Gesamtzusammenhang im eigenen Leben zu erkennen – dass du am Ende deines Lebens sagen kannst, es gab einen roten Faden und es war „alles richtig so“.

Non, je ne regrette rien, wie Edith Piaf sang.

Die gefühlte Bedeutsamkeit – also die Sicherheit zu spüren, dass das Leben selbst einen Wert hat und das Gefühl zu haben, ein lebenswertes Leben zu führen und dass das, was du machst, wichtig ist.

Dem Gefühl, dass du eine Bestimmung hast – die Richtung im Leben zu haben, in die es für dich gehen soll, aktiv zu handeln und daraus Ziele und Aufgaben abzuleiten – und nicht nur zu reagieren, wie wir in Stresssituationen oft handeln – nämlich gar nicht.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf können die folgenden Ideen hilfreich sein, dir auf deinem Weg zu helfen.

Folge deinen Leidenschaften (Sinnzusammenhang, Bestimmung)

Wenn wir etwas tun, handeln wir aus Disziplin oder aus Leidenschaft.

Disziplin hilft uns, Dinge auszuführen, die eher langweilig sind und getan werden müssen (z. B. Rasen mähen oder bügeln), während Leidenschaft uns antreibt, Dinge zu tun, die für uns von Bedeutung sind.

Leidenschaft kann jedoch negativ oder positiv sein.

Im negativen Sinne kann Leidenschaft zur Besessenheit führen.

Klar, das solltest du vermeiden.

Im positiven Sinne helfen uns Leidenschaften, unser Verhalten zu optimieren und zeigen uns die Richtung an.

Und wenn du deine Leidenschaften lebst, wirst du auch tiefere Beziehungen eingehen – mit den Menschen, die deine Leidenschaften teilen.

Dass passt schon zum nächsten Tipp:

Pflege Beziehungen zu Freunden und Familie (Bedeutsamkeit)

Wenn du Verbindungen zu anderen Menschen knüpfst und diese Beziehungen pflegst, bist du auf dem besten Weg, ein Gefühl der Sinnhaftigkeit zu entwickeln.

Aber nicht alle Beziehungen sind gleichwertig: Achte darauf, Beziehungen führen, in denen du das Gefühl hast, „dazuzugehören“, zu den Menschen zu passen – und diese vor allem zu dir – und dass du dich mit diesem Menschen identifizierst.

Beobachte deine Stimmungen (Bedeutsamkeit, Sinnzusammenhang)

In Experimenten haben Psychologen herausgefunden, dass es eine enge Beziehung zwischen guter Laune und dem Gefühl der Bedeutsamkeit gibt.

Sicher ist es nicht so einfach, deine Stimmung bewusst zu steuern, aber du kannst eine Menge tun – z. B. dir Zeit für deine Interessen und Hobbies nehmen, ausreichend schlafen, regelmäßig Sport treiben, dich gesund ernähren und dich in Achtsamkeit üben.

All das hilft dir, in eine positive Stimmung zu kommen.

Gestalte dein Umfeld (Bestimmung)

Du kannst ganz einfach für ein gutes Gefühl sorgen, dass dein Leben in die richtige Richtung geht: Nimm die Dinge in die Hand und werde zum Akteur deines Lebens.

Sorge für gute Routinen (z. B. Morgenroutinen), betreibe sinnvolles Zeitmanagement, plane bewusst für Auszeiten ein, befreie dich von unnötigem Ballast und sorge für ein aufgeräumtes Umfeld (Nein, du willst nicht deine schmutzigen Kaffeetassen auf dem Schreibtisch stapeln).


Das waren mal ein paar Tipps, wie du den Sinn in deinem Leben näher kommst und dir auch selbst deutlich machen kannst.

Deinen Sinn im Leben zu finden ist wirklich eine Reise, die du ganz einfach mit Stift und Papier, Nachdenklichkeit und den Hinweisen von mir starten kannst.

Setz dich einfach mal hin und beantworte dir die Fragen, die ich dir zu Beginn des Artikels gestellt hatte.

Vielleicht findest du ja auch heraus, dass die Antwort auf alle Fragen 42 lautet.

Oder vielleicht geht es weniger um dich selbst, als darum, anderen zu dienen.

Ehrenamtliche Arbeit zum Beispiel ist für viele der Königsweg zu einem sinnvollen Leben.

Viele Pflegerinnen und Pfleger, Krankenschwestern, Polizisten, Feuerwehrleute und all die anderen tollen und immens wichtigen Menschen, die uns jederzeit unterstützen und helfen und immer da sind (wenn auch nicht immer genug wahrgenommen) berichten davon, was für ein sinnvolles Leben sie führen.

Indem Sie anderen dienen.

Ich hoffe, dass du jetzt auch Lust bekommen hast, Segel zu setzen und dich auf die Suche nach deinem persönlichen Sinn im Leben zu machen.

Mehr nützliche Tipps, wie du deinen Stress dauerhaft in den Griff bekommen kannst, erhältst du in meinem zertifizierten Onlinekurs „In 9 Wochen komplett entstresst“ und hier auf psycHappy.

Wenn du den psycHappy Podcast abonnierst, verpasst du sicher keinen meiner hilfreichen Tipps!

Sei glücklich, bleib glücklich!

Dein Stefan


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