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Wie du mit radikaler Freundlichkeit ganz einfach glücklich wirst

glücklicher werden - psychappy.com

Glücklicher werden! Ist es nicht das, was wir alle wollen? Ich habe in meinem Artikel „Den Sinn im Leben finden – die große Frage“ ja schon darüber gesprochen, dass der Sinn auch darin liegen kann, für andere da zu sein und anderen gegenüber freundlich, aufmerksam und dankbar zu sein, um selber mehr Glück in das eigene Leben zu holen.

Das hat mich noch weiter beschäftigt und ich habe mir überlegt, wie du das ausweiten und einfach in deinen Alltag einbauen kannst.

Das ist ein super einfacher Weg, mehr Glück in dein eigenes Leben zu holen.

Und vor allem leicht umsetzbar und schnell gemacht.

Aber manchmal vergessen wir das oder nehmen uns in unserem gestressten Alltag einfach nicht die Zeit dafür.

Dabei übersehen wir, dass es nicht nur dem Geholfenen, sondern auch dem Helfenden gut tut.

Die amerikanische Glücksforscherin Sonja Lybormirsky hat ein Experiment zum Thema gemacht und bat ihre Teilnehmer, sechs Wochen lang jeweils 5 Mal pro Woche etwas Gutes für andere zu tun.

Egal was: einem Kollegen eine Tasse Kaffee mitbringen, das Geschirr fürs Team abwaschen, jemandem eine Postkarte schreiben (ja, tatsächlich), morgens beim Bäcker die Brötchen mitbezahlen für den Kunden, der gerade zur Tür hereinkommt oder einfach jemand Fremdes anlächeln.

Ergebnis: Noch nach Wochen war der Effekt zu spüren und die Teilnehmer der Studie waren glücklicher als eine Vergleichsgruppe, die nichts dergleichen tat.

Am besten fühlten sich diejenigen, die alle ihre 5 guten Taten auf einen Tag legten und diejenigen, die sich sehr kreativ immer neue Wege ausdachten, andere glücklich zu machen.

Woran liegt das?

Mach dir mal 3 Dinge bewusst, die dir helfen, noch mehr Freundlichkeit, Aufmerksamkeit und Dankbarkeit in deinem Leben umzusetzen:

1. Freundlichkeit kommt immer zurück

Wie du in den Wald hinein rufst, so schallt es heraus, oder du erntest, was du säst.

Diese Sprichwörter gibt es in fast jeder Sprache.

Klar, manche Menschen werden deine Freundlichkeit sicher nicht zu schätzen wissen und dir nicht ebenso positiv entgegenkommen – egal was du tust.

Das wäre auch ein bisschen zu rosarot gedacht.

Aber die meisten Menschen werden dich auch so behandeln, wie du sie behandelst.

Du erntest Dankbarkeit und das ist doch ein tolles Gefühl!

2. Wenn ich freundlicher zu anderen bin, bin ich auch eher freundlicher zu mir selbst

Es klingt vielleicht etwas merkwürdig, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass mein Selbstwertgefühl steigt, wenn ich netter zu anderen bin.

Du machst die Erfahrung, dass du Einfluss nehmen kannst.

Du fühlst dich energiegeladen, weil du aktiv etwas unternimmst: Dem alten Herrn über die Straße hilfst, für jemanden einkaufen gehst oder dich für die SOS-Kinderdörfer engagierst und damit Kindern zu einem guten Start ins Leben verhilfst.

Du machst die Erfahrung, dass du spendabel und hilfreich bist und das steigert dein Selbstwertgefühl.

Du fühlst tiefe innere Zufriedenheit und Erfüllung und Stress wird reduziert, sogar körpereigene Schmerzkiller und Wohlfühlhormone werden freigesetzt.

Es ist nun mal so, dass es dir gut tut, anderen zu helfen, selbst wenn diese Menschen noch nicht mal wissen, dass du ihnen geholfen hast.

3. Du schaffst einen glücklicheren Ort zum Leben

Wenn ich netter und aufmerksamer bin, dann macht das meine eigene kleine Welt einfach zu einem schöneren und glücklicheren Ort, an dem ich leben kann.

Wir spüren die Verbundenheit zwischen uns Menschen.

Ich habe neulich einen tollen Podcast gehört, in dem eine 90-jährige Dame sagte, sie sei auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen und würde immer mit der Bahn zum Arzt fahren müssen.

Sie brauche Hilfe beim Einsteigen und es sei ihr noch nie passiert, dass ihr jemand nicht geholfen habe.

Immer würde jemand kommen.

Die unterschiedlichsten Menschen, von denen man es nicht gedacht hätte.

Und was sie besonders bewege an dieser Situation sei der Moment, in dem sie mit diesem Menschen eine Einheit bilde – nur sie beide in diesem Moment der Hilfe.

Ein bisschen wie eine Symbiose.

Ist das nicht das, das viele vermissen und wir immer mehr beklagen?

Dass jeder scheinbar nur noch ihr oder sein Ding macht?

Wo ist das Zusammengehörigkeitsgefühl und das Füreinander-da-Sein?

Zu erleben, dass du nicht allein bist, und jemand, vielleicht Wildfremdes, dir hilft, ist eine der schönsten Erfahrungen, die es gibt.

Wie fängst du es jetzt am besten an, die Freundlichkeit und das Glück in deinem Alltag zu verbreiten?

Hier sind 16 Möglichkeiten, wie du das ganz einfach machst

Wähle eine – nur eine – davon aus, die dir gefällt, und setze sie noch heute um.

1. Drücke deine Dankbarkeit aus

Denk mal drüber nach, wofür du jemandem in deinem Leben dankbar sein kannst.

Vielleicht dafür, dass sie oder er ein guter Zuhörer ist, immer zur Stelle ist, wenn du selbst Hilfe brauchst oder dass er einer Spotify-Wiedergabeliste immer tolle Lieder hinzufügt oder einfach, dass sie oder er in deinem Leben ist und es bereichert.

Denk auch an die vielen Menschen, die einfach da sind, um dir zu helfen, dich zu bedienen oder dir Sicherheit zu geben.

Die Frau an der Gemüsetheke im Supermarkt, die immer tolle Rezeptideen hat; der Polizist an der Ecke; die Sprechstundenhilfe beim Arzt, die dich mit einem schnellen Termin versorgt oder die Müllfahrer.

Dann drücke diese Dankbarkeit in einem einfachen “Danke!” oder in ein oder zwei aufrichtigen Sätzen aus.

Klar, wir sind alle wohlerzogen und sagen es oft – meist automatisch und ohne dass wir wirklich Bedeutung da hineinlegen.

Aber ich bin sicher, wenn du mal drauf schaust, wirst du noch viel mehr Gelegenheiten finden, Danke zu sagen.

Und mir geht es auch eher um das bewusste „Danke“, für das du dir auch etwas Zeit nimmst, als das anerzogene, automatische.

2. Stoppe deine (Vor-) Urteile

Manchmal macht es einfach Spaß, über andere herzuziehen.

Wenn du im Café sitzt und die Leute schlendern an dir vorbei, dann ist es ein kleines Vergnügen, wie Waldorf und Statler aus der Muppetshow ein klitzekleinesbisschen über andere herzuziehen.

Waldorf und Statler sollten glücklicher sein

Wir erhöhen uns damit quasi ein wenig über die anderen und können uns kurzfristig selbst schöner, größer, klüger, intelligenter fühlen.

Das Ding ist jedoch: Je mehr du andere Menschen beurteilst, desto mehr wirst du über dich selbst richten.

So wie du mit anderen umgehst, gehst du mit dir selbst um, denn unbewusst legst du die gleichen strengen Regeln an dich selbst an.

Trotz der Freude (und dem Verbundenheitsgefühl), die eine schöne Lästerrunde mit sich bringt: Es ist keine gute oder langfristig kluge Angewohnheit.

Wenn du den Drang verspürst, über andere zu urteilen, frage dich: Was kann ich stattdessen in dieser Situation denken oder tun? Was ist das Positive am Verhalten des anderen? Welchen Grund könnte es noch geben, dass sie oder er sich so verhält?

3. Such dir ein Ehrenamt

In Deutschland engagieren sich rund 31 Millionen Menschen in ihrer Freizeit für das Gemeinwohl.

Es gibt so viel zu tun und du kannst ganz unterschiedliche Menschen mit deinen eigenen Fähigkeiten und Talenten unterstützen.

Und wie gesagt: Du machst das nicht nur für sie, sondern bekommt selbst jede Menge dafür zurück, du kannst mit deinen Stärken Gutes tun und du erfährst immens viel über dich selbst.

Weitere Infos findest du zum Beispiel hier: https://ehrenamt.bund.de

4. Hilf Online

Zum einen kannst du darauf achten, den lokalen Handel zu unterstützen.

Z. B. kannst du aufhören, immer alles bei Amazon zu bestellen.

Unterstütze lieber regionale Buchhändler – die meisten von denen haben auch Internetshops und senden dir die Bücher kostenfrei nach Hause.

Meine Lieblingsbuchhandlung ist die Autorenbuchhandlung am Savignyplatz in Berlin. Da werde ich immer toll beraten und gehe mit einer Riesentüte Bücher nach Hause.

Hier ihr Onlineshop: https://autorenbuchhandlung.buchkatalog.de

Oder bestelle Möbel, EDV usw. bei Unternehmen, die auch ihre Steuern zahlen (womit dann wieder Gutes getan wird), wie Otto.de – da bekommst du meist das Gleiche, wie beim großen Konkurrenten.

Und du darfst dich besser fühlen.

Es ist nur eine Frage der Gewohnheit und der Bequemlichkeit.

Wenn du aber trotzdem bei Amazon bestellen willst, bietet sich auch hier eine Spendenmöglichkeit mit smile.amazon.de.

5. Versetz dich in die Lage der anderen Person

Wenn du die Dinge nur aus deiner Perspektive siehst, ist es leicht und auch naheliegend, manchmal unwirsch oder unfreundlich zu reagieren.

Mir helfen zwei Fragen, andere Standpunkte zu sehen und andere besser zu verstehen:

Wie würde ich denken und fühlen, wenn ich in seiner oder ihrer Lage wäre? Was kann ich in dieser Situation lernen?

Ich muss mir das zum Beispiel immer deutlich machen, wenn ich mit der Telefonhotline meines Mobilfunkanbieters telefoniere.

6. Erinnere dich daran, wie du dich gefühlt hast, als sich dir gegenüber jemand freundlich und hilfreich gezeigt hat

Nimm dir einfach mal ein paar Minuten Zeit und versuche dich an ein oder mehrere Situationen zu erinnern, als die Freundlichkeit anderer Menschen dich wirklich berührt und dir geholfen hat.

Dann denke darüber nach, wie du genau diese Dinge für jemand anderen in dessen Leben tun könntest.

7. Zeige Dankbarkeit für etwas, das du vielleicht oft als selbstverständlich ansiehst

Klar, wenn jemand eine schwere Zeit durchmacht oder wirklich in Not ist, dann ist es leicht, Zuvorkommend zu sein und Hilfe anzubieten.

Denke aber auch daran, Dankbarkeit dafür auszudrücken, dass der Angestellte in der Betriebskantine immer so viel Liebe in deine Mahlzeiten steckt und sich beim Servieren immer besondere Mühe gibt.

Oder dafür, dass deine Kollegin jeden Tag pünktlich zur Arbeit kommt, ihre Arbeit gut macht und Termine einhält.

Es sind nicht immer die großen Dinge, die der Erwähnung wert wären, sondern vor allem die scheinbar selbstverständlichen.

Achte mal drauf!

8. Verstecke eine überraschende und nette Notiz

Hinterlasse eine kleine Notiz mit einem liebevollen oder ermutigenden Satz in der Lunchbox, dem Café-to-go-Becher oder dem Buch deines Partners oder Kindes, das er oder sie gerade liest.

Es kostet dich nur eine Minute – aber es wird bei allen Beteiligten ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

9. Sei einfach da

Höre zu, ohne an etwas anderes zu denken, wenn sich jemand Luft machen muss.

Sei einfach mit deiner ganzen Aufmerksamkeit da.

Oft ist alles, was andere Menschen brauchen, einfach jemand, der ihnen zuhört, freundlich ist und nicht wertet.

Wenn du jemandem zuhörst, solltest du dich auf das Gesagte konzentrieren. Sieh den Sprecher an und verdränge andere Gedanken, die dich ablenken könnten.

Versuche keine vorschnellen Urteile über die Person, der du zuhörst, zu ziehen und bleibe wertneutral. (Siehe Tipp 2)

10. Denke auch an die kleinen Taten der Aufmerksamkeit

Lasse jemanden während der Fahrt in deine Fahrspur.

Lassen jemanden an der Kasse einfach vor, wenn sie oder er es wirklich eilig hat.

Halte jemandem die Tür auf oder frage ihn, ob er Hilfe braucht, wenn du ihn mit einer Karte – bzw. dem Smartphone ; ) – und einem verwirrten Blick herumstehen siehst.

11. Mache jemandem ein aufmunterndes Geschenk, um ihn wissen zu lassen, dass du an sie oder ihn denkst

Wenn jemand in deinem Leben gerade eine schwere Zeit durchmacht, schicke ihr oder ihm ein inspirierendes Buch oder einen Film.

Oder sende einfach eine E-Mail mit einem Link zu etwas Inspirierendem oder Lustigem, das Du gefunden hast, wie einen Blog, einen Podcast oder einen Comic.

Oder füge in der E-Mail einfach ein paar Gründe ein, warum du den Empfänger sehr gern hast.

12. Hilf jemandem praktisch aus der Patsche

Hilf beim Umzug, beim Abendessen oder bei den Vorbereitungen vor einer Party.

Wenn sie oder er Informationen benötigt, hilf ihnen, indem du es für sie googlest oder sachkundige Personen fragst, die du kennst oder die beiden auch vernetzt.

Denke aber auch daran, dass deine Hilfe nicht immer notwendig ist.

Wenn jemand auf dein Angebot mit „Nein, danke“ antwortet, dann frag noch mal höflich nach, aber lass es gut sein, wenn die Person weiter ablehnt.

13. Hilf den Menschen in deinem Leben, zu erkennen, wie sie selbst einen Betrag geleistet haben

Wenn du mit jemandem über seinen Tag oder über das, was in letzter Zeit geschehen ist, sprichst, dann weise sie oder ihn darauf hin, wie er oder sie selbst Freundlichkeit und Glück verbreitet hat.

Oft sind sich die Menschen der positiven Dinge, die sie tun, nicht bewusst. Oder sie bagatellisieren sie in ihrem eigenen Kopf.

Hilf ihnen also, sich selbst in einem positiveren Licht zu sehen und ihr eigenes Selbstwertgefühl zu verbessern.

14. Erinnere dich an die 3 Gründe für Freundlichkeit am Anfang dieses Artikels

Es wird dir helfen, freundlicher zu sein, auch wenn es dir vielleicht manchmal schwerfällt.

Wenn du möchtest, schreibe dir diese Gründe auf einen Zettel und lege ihn dorthin, wo du ihn jeden Tag sehen kannst.

15. Gib es weiter

Wenn jemand etwas Nettes für dich tut – egal wie groß oder klein – dann versuche, das weiterzugeben, indem du so schnell wie möglich jemand anderem gegenüber nett bist.

“Ein einziger Akt der Freundlichkeit verwurzelt sich in alle Richtungen. Und diese Wurzeln sprießen und lassen neue Bäume entstehen.” Amelia Earhart

16. Sei freundlicher zu dir selbst

Wenn du dich selbst gut behandelst und wohlwollend mit dir umgehst, wirst du natürlich auch andere Menschen mit mehr Freundlichkeit behandeln.

Das ist wirklich eine Gewohnheit, von der alle profitieren.

Eine einfache Möglichkeit, freundlicher zu sich selbst zu sein, besteht darin, jeden Abend drei Dinge in einem Tagebuch niederzuschreiben, die du heute schätzt – an dir selbst und an dem, was du an diesem Tag getan hast.


Jetzt habe ich dir 16 ganz einfach umzusetzende Tipps an die Hand gegeben, mit denen du auf jeden Fall ganz viel tun kannst, um glücklicher werden zu können.

Such dir, wie gesagt, nur einen aus und setze ihn am besten noch heute um.

Übrigens: Wenn du den psycHappy Podcast abonnierst, verpasst du sicher keinen meiner hilfreichen Tipps!

Sei glücklich, bleib glücklich!

Dein Stefan